Kaum schlägt die Kirchuhr 2012, da weckt die Presse das gemeine Fußvolk aus ihren neujährlichen Träumen und der Hoffnung den Mist des alten Jahres endlich losgeworden zu sein, indem es weiter rumkaut auf einer Geschichte, deren Gesamtheit weiterhin in dem Nebel schwebt, den der konsumgeile und skandaldurstige Einwohner dieses Landes noch zu Silvester durch abbrennen von Böllern und Raketen selbst verursacht hat.
Da wird über das Verhalten eines Bundespräsidenten palavert und rumkritisiert, der für dieses Land ungefähr so relevant ist, wie der unbedingte Anspruch gesamter Bevölkerungsgruppen auf ein iPhone, ohne das das Leben an sich heute offenbar nicht mehr lebenswert ist. Der Mann soll seine ‘Vorbildfunktion’ verletzt haben! VORBILDFUNKTION, das muß diese ominöse Fähigkeit sein, die in der schriftlichen Leistungsumschreibung für Bundespräsidenten ungefähr auf Seite 324 zu finden sein ist. Diese Funktion wird selten, aber wenn dann in vollen Umfang vom gesamten Volk stets unverhofft verlangt.
Volk, das ist übrigens diese Menschenansammlung, die meist im gleichen Land des Bundespräsidenten zu finden ist und den Alltag damit verbringt Versicherungen zu bescheißen, Gesetzeslücken auszunutzen, das Finanzamt zu hintergehen und Kinder über rote Ampeln zu schleifen. Da liegt es auf der Hand, dass der Bundespräsident NATÜRLICH eine Vorbildfunktion haben muss, damit das eben noch beschriebene Volk sich daran erinnert, dass es an sich ein Haufen Heuchler ist, der stets nach dem nächsten Skandal jagt, über den es sich lohnt in der Mittagspause herzuziehen. Wie lange müssen wir diesen medialen Mist und politischen Kokolores bitte noch ertragen?





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