Das schöne (ACHTUNG; IRONIE!) an KeePass unter Linux ist, dass man dort die Datenbanken von Windows’ KeePass (v2) nicht öffnen kann. Das macht das ganze so brauchbar wie Gurken zum Auto fahren. Aber Hauptsache mal “Cross Plattform” im Namen.

Vor einiger Zeit beschrieb ich, wie man den Equinux Tubestick unter Windows XP zum laufen bringt und verwies auf Google für Ubuntu User. Da ich den Stick erst für Ubuntu eingerichtet habe, hier die Anleitung für Ubuntu 9.04:
(größtenteils übernommen von dieser Anleitung)
Daraufhin wird eine aktuelle Senderliste erstellt. Natürlich wählt ihr als Template anstatt “Frankfurt” eure Region aus. (Beispiel Ausgabe von SCAN)
Jetzt fehlt nur noch ein Programm, um die bunten Flimmerbilder auch anzuzeigen. Ich habe mich zum testen für “Me TV” entschieden. Me TV gibt es über die Paketverwaltung oder direkt von der Me TV Webseite. (aktuell Version me-tv_1.0.0~beta1-0ubuntu1~jaunty1_i386.deb) Das Programm startet man über ‘Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Me TV’. Dann wählt man die vorher mit ‘scan’ erstellte Kanalliste (~/channels.conf) aus und los gehts:

Me TV ist nicht unbedingt das schönste Programm, aber es erfüllt seinen Zweck. Wer etwas modernes und hübscheres möchte, sollte auf KDE (kubuntu?) und Kaffeeine umsteigen. Viel Spaß!
Es gibt ja durchaus mehrere Ansichten wie man den Benutzern von Windows die Linux Welt näher bringen könnte. Heute las ich dazu folgende These aus der Ubuntu Welt:
Wie schon gesagt halte ich die Bootzeit für ein sehr gutes Argument um Windowsnutzer einen Schritt weiter an alternative Systeme zu bringen. Denn die Bootzeit ist eins der größten Probleme unter Windows, das jeder kennt. Wenn ich dann daneben meinen Laptop anschalte, der laut bootchart im durchschnitt 32 Sekunden zum booten braucht, sind die meisten begeistert und ich einen Schritt weiter sie zum testen von Ubuntu zu bewegen.
Jetzt mal unter uns: Nein. Auf meinem Windows Spiel-PC schlummert auf einer separaten Festplatte ein aktuelles Linux. Selbst wenn dieses ‘Linux’ in 5 Sekunden betriebsbereit wäre, wäre das kein Grund über die anderen 500 Nachteile, die dieses System im Desktop Bereich für mich hat, hinwegzusehen.
Und trotzdem glaube ich, dass es sinnvoll ist sich der Bootzeit-Problematik anzunehmen. Vor allem im Server- und HA-Bereich sind kurze Bootzeiten meines Erachtens extrem wichtig. Wenn die Entwickler von Ubuntu dazu etwas beitragen können, wieso nicht?
Da gab es doch dieses alternative Betriebssystem mit dem Namen Linux? In den letzten Jahren bin ich ja etwas vom Glauben abgekommen und nutzte es nur noch als Betriebssystem für Server, sowohl geschäftlich als auch privat. An dieser Front ist alles wie eh und je. Installieren, tunen, konfigurieren und fertig: Linux leistet seine Dienste, nichts zu meckern, danke dafür!
Dann gibt es aber auch noch die andere Welt, die auf dem Desktop beim Heimanwender. Da ich für ein paar Basteleien Perl, SDKs, Simulatoren sowieso Linux brauche, installierte ich mir ein aktuelles Ubuntu (eine Linux Distribution) auf meine große Maschine, die zum ‘zocken’ sonst mit Windows XP beladen wird. Über Ubuntu kann und mag ich nicht groß urteilen. Die Installation war einfach, ich musste mich um nichts kümmern.
Nach der Installation saß ich vor einem aufgeräumten leeren Gnome Desktop, der noch genauso karg und langweilig aussah wie der, den ich vor 3-4 Jahren mit dem wechsel zu Appel verlassen hatte – nur mit ein paar weiteren grafischen Effekten beim verschieben von Fenstern. Wenn man sonst mit MacOS unterwegs ist und sich an die Vorteile des grafischen Firlefanzes gewöhnt hat, fühlt man sich an dieser Stelle etwas verloren und fragt sich, ob denn in den letzten Jahren nichts passiert ist, in der Linux Desktop Entwicklung. Offenbar hatte ich dafür aber die falsche Distribution gewählt… wer mehr ‘bunt’ braucht, muss halt auf KDE umstellen oder gleich Opensuse11.1 installieren. :)
Ich erinnerte mich, dass ich vor einigen Wochen oder Monaten irgendwann an eine freie Version von Codeweavers Crossover Games gekommen bin. Crossover erlaubt es Windows Anwendungen unter Linux laufen zu lassen; auf der Webseite werben sie mit einigen unterstützten Spielen. Also rauf mit dem Tool und mit der World of Warcraft DVD bewaffnet frisch ans Werk.
Crossover installierte ohne Probleme, es rödelt etwas rum und irgendwann war es fertig. Das GUI begrüßte mich und fragte welches Spiel ich installieren möchte. Ah, World of Warcraft soll es sein? Dann DVD einlegen und ab geht die Post. Geht sie das? Nö! Es bricht sofort ab und hinterlässt ein kryptisches Logfile, aus dem man nichts erkennt. Und nun? Steht man da, als dummer Endbenutzer. Ich stieß auf ein paar Foreneinträge auf der Crossover Webseite… geholfen hat keiner. Also war frickeln angesagt, lebe wohl schöne GUI-Welt, wir basteln uns unser eigenes World of Warcraft ins System. (zu irgendwas müssen die 12 Jahre Linux-Erfahrung ja gut sein) Für unerfahrene Benutzer ist das freilich nichts und ich fand mich da wieder, wo ich Linux verlassen hatte: bau dir den Mist selbst irgendwie zusammen oder lasse es. Fairerweise muss ich sagen, dass Codeweavers einen guten Support und eine gute Community hat. Hätte ich nach Hilfe verlangt, wäre mir sicherlich geholfen worden – eine fertige Lösung von der Stange für den Massenmarkt ist das aber nicht.
WoW lief dann, wobei laufen relativ ist. Doch, ich hatte es irgendwann mit viel Spielerei an den Reglern geschafft einen stabilen Spielbetrieb hinzubekommen. Aber um es kurz zu machen: Wirklich spielen werde und würde ich auf diese Art nicht. Selbst nachdem ich alle Details und Effekte auf 0 runtergeschraubt habe, bekomme ich im Leerlauf ohne große Action auf dem Bildschirm magere 12fps hin (unter Windows 30-50). Es ist einfach unspielbar, zumindest für mich persönlich. Aber immerhin, es tut!

Zusammenfassend muss ich für mich feststellen, dass ich als sehr untypischer Extrem-Endanwender zu Hause den Wechsel auf Linux nicht haben möchte, auch wenn sich ein Ubuntu ziemlich gut anfühlt und für den Großteil der Benutzer wahrscheinlich richtig gut ist. (probiert es aus!) Linux hat für mich durchaus Vorteile bei der täglichen Arbeit als Terminal-Server oder als Hosting-Plattform. Im Desktop Bereich fehlen mir aber die Reize es zu benutzen, dazu bin ich mittlerweile einfach zu verwöhnt. Frickelei? Nein danke, dazu ist mir die Zeit einfach zu schade und mittlerweile verstehe ich das Gejammer vom Jörn. Um noch ein paar gute Worte zu verlieren: Immerhin hatte Linux mein Plantronics USB Headset erkannt, Skype kommt mittlerweile mit ALSA klar und irgendwie ist zumindest unter der Haube echter Fortschritt zu fühlen, den ich vor ein paar Jahren noch vermisste. Ich versuche es in einem Jahr nochmal – wer weiß was sich bis dahin getan hat. Ich wünsche einen wunderschönen vierten Advent! :)
Impressionen/Screenshots:
Crossover, händische WoW Installation
Crossover, nach dem frickeln, erster Test
Crossover, ungenügend Frames per Second, unspielbar
Gestern auf dem Server meines Lieblingskunden (wehe da fühlt sich jetzt jemand benachteiligt):

Suse Linux 7.1, das müsste etwa Anfang 2002 gewesen sein. Heute sind wir übrigens bei openSUSE Version 11.0. Die seltsamen Farben kommen vom seltsamen KVM Switch, entschuldigt.
Zwischenrufe / Quark