Schon seit Ewigkeiten lebt in meinem großen spieletauglichen Windows PC ein kleiner MAC Mini. Um genau zu sein, einer der ersten Minis, die damals auf den Markt kamen noch mit PowerPC CPU und OSX. Den Kleinen habe ich damals gekauft, um meine Intel Pentium 3 Linux Workstation zu ersetzen. Anfangs reichte mir der Kleine auch, ja sogar World of Warcraft liess sich darauf spielen – damals bevor die Ansprüche stiegen. ;-)
Mittlerweile allerdings ist das MAC OS für den Kleinen veraltet, schon lange wird für die veraltete Plattform nichts mehr von Apple entwickelt und natürlich liefert er auch keine Leistung mehr, die ich heute einfach brauche oder zumindest erwarte.
Also wanderte der Kleine ins Gehäuse des großen PCs und durfte dort bis Heute als quasi Heimserver seinen Lebensabend geniessen. Wie schon erwähnt, wurden Neuentwicklungen für die alte Plattform eingestellt und die Fernwartung ließ dank eines ständig einfrierenden VNC Daemons auch zu wünschen übrig. Also fasste ich den Entschluss und verabschiedete mich nun von Mac OS, um den kleinen mit Linux ‘Ubuntu Server’ zu betanken!
Auch bei Ubuntu wird nicht länger aktiv an einer PowerPC Version gearbeitet, allerdings stellt die Linux Community einen ziemlich aktuellen (10.04) Ubuntu Port bereit! Also einfach das CD Image runterladen, brennen, das alte System sichern und und der Anleitung folgen.
Zur Datensicherung habe ich meine wichtigen Daten auf eine externe Festplatte kopiert. Als Dateisystem habe ich mich für FAT32 entschieden, einfach als kleinster gemeinsamer Nenner zwischen der Apple und Linux Welt. Nach der Installation verhält sich der kleine jetzt wie jeder andere Linux Server. OpenVPN, Samba, Mediatomb, OpenSSH usw. tun ihre Dienste und mein Heimserver darf endlich wieder mit neuen Features aufwarten. Ich denke damit lassen sich bestimmt weitere 2-3 Jahre locker überstehen!
Die Installation verlief reibungslos. Das einzige was mich etwas verwundert hat ist, dass der Ubuntu Server Installer mich nicht nach der gewünschten IP Konfiguration fragte. Der “Server” hing dann also per DHCP irgendwie im LAN rum und musste nachträglich auf eine statische IP konfiguriert werden. Kleinigkeiten, die lösbar sind. Also absolut zur Nachahmung empfohlen! :)
Immer dieser neumodische Angeberkram! Früher haben wir dafür noch ganz altmodisch unsere Keyboard LEDs genommen, heute nimmt man also die Soundkarte. Nee mal ehrlich, coole Idee! :)
Xing: "mein Ubuntu System hat mich knapp 700€ an Technikerkosten gekostet..."
Wenn man bereit ist für sein System richtig Geld auszugeben und warum-auch-immer kein Windows will, wieso dann nicht einfach nen Mac? Dann hat man ein Unix, die Macht der Open-Source Welt und (wenn man mehr Geld ausgeben möchte) dazu noch alle Produkte der kommerziellen Seite.
Aus der Kategorie ‘Warum brauch man doch gleich diesen angeblich plattformunabhängigen Kram?’:
Install Adobe AIR Linux 1.5 on 64-bit Linux distributions:
64-bit binaries of AIR are not currently available. Running 32-bit AIR on 64-bit systems has not been fully tested. However, we expect 32-bit AIR to run on these systems if they have the required 32-bit libraries and packages installed. (Quelle: http://kb2.adobe.com/cps/408/kb408084.html)
Aber nicht nur Adobe, auch Javascript/Google spielt mit:
Google Gears for Linux System Requirements:
Linux
32-bit OS (64-bit not supported)
Firefox 1.5+
Chrome for Linux is not supported
Schalten Sie auch demnächst wieder ein wenn es erneut heißt: Linux auf dem Desktop, der schnelle Weg zur Selbstgeißelung.
Auf meiner größeren Festplatte habe ich etwas Platz gelassen – ungefähr 100GB. Die sind dazu da, um mit anderen Betriebssystemen neben Windows7 rumzuspielen. Es gibt einfach Dinge, die macht man nicht unter Windows. Als Vorbereitung für eine Demo sollte es also ein Ubuntu 10.04 Desktop LTS (64bit) sein, kann doch jeder!
Als erstes fällt mir auf, dass die Install CD ewig braucht, um zu laden. Mittlerweile muss man wohl ein ganzes Framework an X und irgend einen WindowManager laden, um einen absehnlichen Installer zu haben. Gut Ding will Weile haben, is ja gut. Und ansehnlich? Über Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten, aber dieses Lila-DING was dann kommt, ist wohl nicht gerade die Arbeit eines gut bezahlten Designers. Genauso nicht, wie die Buttons “Zurück” und “Vor”. Leute, entweder “Vorwärts” oder in für alle Verständlich: Weiter.
Die Installation scheitert dann auch relativ schnell daran, dass der Installer die freie Partition (bzw. den freien Bereich) auf meiner Festplatte gar nicht erkennt. Genau genommen meint er, da wären nur 134MB mit NTFS benutzt, ob ich den restlichen Terabyte für Ubuntu formieren wolle…
Will ich natürlich nicht, irgendwie häng ich ja an meinen Daten. Also auf Abbrechen gedrückt und schwupps, ist man in der Live Version von Ubuntu, da X ja schon komplett geladen ist, auch fast Instant. :) Ironischerweise bekomm ich dort meine NTFS Partition direkt angeboten:
Irgendwas scheint also zu gehen, aber dieses Irgendwas scheint etwas anderes zu sein als das Installer *IRGENDWAS*. Das Problem ist natürlich das Vieh vor dem Monitor, welches völlig unsozial gegenüber Ubuntu Dinge unter Windows7 angerichtet hat. Sicherlich kenne ich einen Weg um das Problem zu lösen, es sind ja nur 80gig in use. Ich will aber nicht, weil mich sowas nervt. Ich frage mich was man an dieser Stelle als unbeholfener Anwender tut. Ich rate jetzt mal ins Blaue: Aufgeben?
Consumer Ready Desktop? War es nie, wird es nie werden. Nicht ohne die Hilfe von Profis, die aber nur den Linux Unterbau für ihre ‘WebOS’ oder Handy-Träume haben wollen, aber absolut NICHTS von Ubuntu. An Ubuntu zu scheitern ist absolut keine Schande, wirklich nicht. Und da man Windows nicht schlagen kann, gibts ja noch WUBI – das ist quasi Linux, nur mit ein paar Lagen Kondomen. Nicht ganz das Wahre, aber irgendwie besser als nix - man will ja schliesslich mitspielen und vor allem mitreden können.
Ein eigener Root Server hat seine Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist das Thema Backup, denn die auf dem Server abgelegten Daten sind unter Umständen sehr wichtig. Mails, Datenbanken, ganze Web-Präsenzen oder gar persönliche Daten, die in virtuellen Arbeitsumgebungen gespeichert wurden, sind Daten, die man im Ernstfall wieder haben möchte.
Wer mit seinem Root Server eine Backup-Möglichkeit geliefert bekommt, sollte diese als tunlichst auch benutzen – bequemer geht es nicht. Bei Strato kann man z.B. extra Platz für Backups auf einem FTP Server für 4,99EUR monatlich dazu buchen.
Eine andere Möglichkeit ist es die Angebote der Web2.0 Ära zu benutzen und seine Backups in die “Cloud” auszulagern. Daten, die einmal irgendwo im Internet zwischengespeichert wurden, sind auch zu jeder Zeit wieder von überall abrufbar. Recovery von wichtigen Daten ist damit also von überall möglich, sogar vom Handy.
Ich habe mich dazu entschieden meine Backups bei Dropbox auszulagern. Dropbox ist ein Internet-Service, der es ermöglicht Dateien über mehreren Endgeräte zu synchronisieren. Dazu bedarf es lediglich dem Dropbox Client, den man auf den Endgeräten installieren muss. Dropbox gibt es für Windows, Linux, MacOS oder auch iPhones/iPods. Als kostenloser Benutzer bekommt man 2GB Speicherplatz zur freien Benutzung – für mich für den Anfang mehr als genug.
Backup in the cloud hat allerdings den faden Beigeschmack der Datensicherheit. Lege ich meine Daten ins Internet oder gebe sie einen fremden Anbieter, weiß ich nicht was mit diesen Daten passiert. Bevor ich meine sehr persönlichen Daten also irgendwo in die Wolke lege, sorge ich dafür, dass diese Verschlüsselt werden.
GPG Schlüssel erzeugen, mit denen die Backup-Container verschlüsselt werden
Am Ende sorgt ein entsprechendes Script dafür, dass die Backup-Daten mit den richtigen User-Rechten verschlüsselt im Dropbox Verzeichnis abgelegt werden. Im Hintergrund wandert das Backup dann in die Cloud.
Wer keinen anständigen Storage mit brauchbaren Snapshot-Möglichkeiten hat, muss sich in der tollen neuen Web-Welt nur zu helfen wissen. Wer mehr als die freien 2GB Speicherplatz bei Dropbox benötigt, kann mehr Speicherplatz nachkaufen. Anstatt Dropbox könnte man natürlich auch andere Produkte wie zum Beispiel Statos HiDrive benutzen.
Ich wurde heute gefragt wieso es so lange dauert ein großes Verzeichnis mit vielen Dateien zu löschen, welches per NFS gemountet wurde. Angenommen ich habe die folgende Verzeichnisstruktur:
und möchte das aus gegebenen Anlass loswerden. Die Vermutung war, dass der Linux Client an den NFS Server nur den Befehl ‘lösche das Verzeichnis “Vorratsdatenspeicherung”‘ schicken müsste, und den Rest würde der NFS Server dann automagisch tun. Ein Vorgang der innerhalb von 1-2 Sekunden also zumindest aus Client Sicht erledigt wäre. In der Realität sieht das ganze etwas anders aus, weshalb es schonmal eine Weile dauert, bis so ein großes Verzeichnis leer ist.
Das schöne (ACHTUNG; IRONIE!) an KeePass unter Linux ist, dass man dort die Datenbanken von Windows’ KeePass (v2) nicht öffnen kann. Das macht das ganze so brauchbar wie Gurken zum Auto fahren. Aber Hauptsache mal “Cross Plattform” im Namen.
Vor einiger Zeit beschrieb ich, wie man den Equinux Tubestick unter Windows XP zum laufen bringt und verwies auf Google für Ubuntu User. Da ich den Stick erst für Ubuntu eingerichtet habe, hier die Anleitung für Ubuntu 9.04:
Stick per USB anschliessen (Antenne anschließen usw.)
Unter System -> Systemverwaltung -> Synaptic-Paketverwaltung die Pakete ‘build-essential’, ‘linux-headers-generic’ und ‘dvb-utils’ installieren.
Zur LinuxTV Seite surfen, auf “browse” links klicken, auf der linken Seite “gz” auswählen und runterladen
Das runtergeladene Paket entpacken (tar xzvf af9015-*.tar.gz) und kompilieren (cd af9015*; make all; sudo make install)
Die Firmware für den Stick runterladen und in /lib/firmware ablegen.
’sudo modprobe dvb-usb-af9015′ ausführen, um die nötigen Module zu laden
den Stick z.B. mit ’scan /usr/share/dvb/dvb-t/de-Frankfurt >~/channels.conf’ testen
Daraufhin wird eine aktuelle Senderliste erstellt. Natürlich wählt ihr als Template anstatt “Frankfurt” eure Region aus. (Beispiel Ausgabe von SCAN)
Jetzt fehlt nur noch ein Programm, um die bunten Flimmerbilder auch anzuzeigen. Ich habe mich zum testen für “Me TV” entschieden. Me TV gibt es über die Paketverwaltung oder direkt von der Me TV Webseite. (aktuell Version me-tv_1.0.0~beta1-0ubuntu1~jaunty1_i386.deb) Das Programm startet man über ‘Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Me TV’. Dann wählt man die vorher mit ’scan’ erstellte Kanalliste (~/channels.conf) aus und los gehts:
Me TV ist nicht unbedingt das schönste Programm, aber es erfüllt seinen Zweck. Wer etwas modernes und hübscheres möchte, sollte auf KDE (kubuntu?) und Kaffeeine umsteigen. Viel Spaß!