Wer nichts isst, muss draußen bleiben! So, oder so ähnlich sieht es aus, das ungeschriebene Gesetz zur Geselligkeit. Kein Vereins-, Politik- oder Geschäftstreffen ohne Fresszwang oder anschließendem Networking Event mit ‘Fingerfood’. Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als man sich noch treffen konnte ohne zu essen – man saß zusammen, unterhielt sich und hatte Spaß.
Ich bin durchaus kein Gegner von gutem Essen, ganz im Gegenteil, und ja, man kann sicherlich noch auf Events erscheinen und dann nichts essen, gerät dann aber in den Zwang sich ständig erklären zu müssen, wobei “Ich habe vorhin erst gegessen” nicht als gültig anerkannt wird. Ist essen womöglich das neue rauchen?
Ich fragte einen ehemaligen Kollegen warum soziale Veranstaltungen heute immer mit dem Zwang zu essen oder mit Besäufnissen verbunden sind und seine Antwort war Original:
- ‘Ja was soll man denn sonst zusammen machen? Sich die ganze Zeit drücken und liebhaben?’
Erschreckend, essen als Verhaltenstherapie. Das erinnerte mich an das Experiment 5 Minuten lang einfach Nichts zu tun. Habt ihr das mal probiert? Viele Leute scheitern daran und ungefähr genauso muß sich das mit dem Zwang zu essen verhalten. Wenn ihr mich demnächst auf einer Veranstaltung seht, ganz ohne Essen oder Alkohol in der Hand, dann ist alles in Ordnung, mir geht es gut und es gibt keinen Grund zu Sorge. Ich bin einfach nur normal und dafür brauche ich mich nicht zu erklären oder zu entschuldigen.
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