one picture, each day, for one year: January 2nd, 2012
Was wären wir Deutschen nur ohne unsere Formulare? Hier muss man sogar ein Formular ausfüllen, um seine Rechte und Entschädigungen zu bekommen. Das ist doch phänomenal!
Als ich eben das hier las:
(Screenshot: tagesschau.de)
…fragte ich mich, ob die da eine weibliche Führungskraft haben, ob deren Manager Pussies sind (im Sinne von Weichei), ob die Führungskraft der BVG zur Miss Management gekürt wurde oder, ob sie nur zu faul waren ein passendes deutsches Wort zu suchen. Denglisch ftw!
Missmanagement – war das nicht die Fähigkeit mehrere Frauen gleichzeitig unter einen Hut zu bringen? Also ich fands witzig.
Dann ist garantiert die Bahn schuld! In meinem Fall war es nicht die Bahn direkt, sondern der RMV, der so genannte Rhein-Main Verkehrsverbund. Am 19. Februar 2009 wollte ich vom RMV Dienstleistungen geniessen, was sich als nicht so einfach herausstellte, da Bus sowie S-Bahn ziemlich lange auf sich warten liessen.
Für solche Fälle hat der RMV aber die 10-Minuten-Garantie erfunden, die besagt, dass man das Beförderungsentgelt ab 10 Minuten Verspätung am Ziel zurück bekommt. Also nahm ich mir nach all der Wartezeit noch die Zeit mich beim RMV zu beschweren und meine garantierte Wiedergutmachung einzufordern.
Jetzt, nur knapp 5 Monate später bekomme ich unerwartet eine Antwort:
Ihre Reklamation vom 19.02.2009 00:01:01, Vorgangsnummer 39886 haben wir geprüft.
Sie können auf Basis Ihrer Beschwerde unsere 10-Minuten-Garantie in Anspruch nehmen. Gegen Vorlage Ihrer Original Monatskarte an einer der teilnehmenden RMV-Mobilitätszentralen oder RMV-Vertriebsstellen erstatten wir Ihnen Ihren Fahrpreis bzw. bei Zeitkarten einen anteiligen Fahrpreis in Höhe von 1,80 Euro. Die Abholfrist beträgt drei Monate. Bitte bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit.
Vergessen Sie bitte nicht, sich Ihre Vorgangsnummer zu notieren und ebenfalls mitzubringen.
Wir entschuldigen uns nochmals dafür, dass Sie Unannehmlichkeiten bei Ihrer Fahrt mit Bus und Bahn hatten.
Na immerhin kann ich mich an den Vorfall noch erinnern, nach all der Zeit! Blöderweise habe ich natürlich nicht über 5 Monate den Fahrschein aufgehoben – wer konnte denn auch ahnen, dass die vom RMV sich tatsächlich nochmal melden würden? Die Fahrt kostete übrigens 3,60€.
Deshalb nun die ultimative Checkliste für alle Bahnsteigcamper, die auf ihre Dienstleistung warten:
Ist doch eigentlich ganz simple, das mit dem 10-Minuten-Versprechen. Service in Deutschland – immer wieder ein Abenteuer. Immerhin haben sie es versucht.
Es ist gar nicht mal so einfach in Deutschland erfolgreich mit der Bahn zu fahren. Wer versucht eine Fahrt zur Weihnachtszeit zu buchen, hat momentan verloren – es steht nämlich ein “Fahrplanwechsel” an, weshalb man weder nach Zugverbindungen suchen- noch Tickets für die Weihnachtszeit kaufen kann. Vermutlich werden pünktlich mit dem neuen Fahrplan auch die Preise angehoben, weshalb der neue Fahrplan, der momentan wahrscheinlich schon steht, noch nicht veröffentlicht wird.
Es ist irgendwo seltsam, wenn die Bahn predigt, dass man Tickets frühzeitig kaufen soll, einen aber selbst daran hindert genau das zu tun. Meine Airline des Vertrauens kann mir schon jetzt sagen wann sie die Strecke fliegen wird und was das kosten soll. Auf die Negativliste der Bahn kommt noch, dass die Fahrzeit für meine Strecke momentan ca. 6 anstatt 4 Stunden beträgt, da die ICEs eher weniger als mehr eingesetzt werden. Mit dem Flugzeug soll es 55 Minuten dauern, zzgl. der An-/Abreise zum Flughafen und Checkin.
Die Bahn verliert für mich als Gelegenheitsfahrer ohne ‘Bahncard’ auf ganzer Linie. Außer für Kurzstrecken ist sie mittlerweile nur noch unbrauchbar. Preislich können die Airlines meistens mithalten.
Wieso hört man auf Bahnhöfen Ansagen wie “Einsteigen bitte. Vorsicht an der Bahnsteigkante!” wenn im selben Moment die Türen zugehen und der Zug losfährt? Müssten zwischen “Einsteigen bitte!” und der Abfahrt nicht wenigstens 1-2 Minuten liegen? Alles etwas merkwürdig bei der Bahn. (ich sollte nicht mehr mit der Bahn fahren, echt nicht)
Die Zahl der Gesellschafter verringert sich:
Die Deutsche Bahn verkauft ihre Anteile an dem Telekommunikations-Unternehmen Arcor an Vodafone und erhält dafür rund 330 Mio. Euro. [...] Die Deutsche Bank wird nach FTD-Informationen ihre achtprozentige Arcor-Beteiligung ebenfalls an Vodafone verkaufen und dürfte hierfür bis zu 145 Mio. Euro erhalten. Insgesamt zahlen die Briten damit rund 475 Mio. Euro. Arcor soll nun vollständig in das Mobilfunkgeschäft von Vodafone eingegliedert werden. (Quelle: FTD)
Auf die Zukunft darf man weiterhin gespannt sein.
Der Holgi schreibt, dass der Herr Hansen als spontan ehemaliger Gewerkschaftschef der Transnet Gewerkschaft ziemlich käuflich wirkt, wenn er auf einmal Vorstandsmitglied für den Bereich Personal bei der Deutschen Bahn sein soll.
Ich bin (wie Holgi anmerkt) übrigens einer der Deppen, der glaubt, dass die Transnet Gewerkschaft nicht grad ein gutes Aushängeschild für einen Betriebsrat ist. Blöd nur, dass die Transnet Gewerkschaft auch die Firma vertritt, für die ich arbeite. Blöd deshalb, weil dort die Mitarbeiter momentan arge bedenken haben durch Vodafone geschluckt zu werden und dann auf einmal auf der Straße zu sitzen. Will man einem vermeindlich käuflichen Arbeitnehmervertreter, der mitterweile dank Herrn Hansen auch gern mal sichtbar für seine eigene Tasche wirtschaftet, weiterhin sein Vertrauen schenken? Oder muss man sich das wie die “Transnet” und “Die Bahn” einfach nur lang genug schön reden bzw. schreiben um an die guten Absichten zu glauben? Ich für meinen Teil werde auch weiterhin ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zu gewissen Betriebsräten haben, allein schon deshalb, weil die Momente, die dieses Verhältnis verbessern würden, irgendwie nicht kommen im Leben. Da helfen auch nicht die massig populistischen Schriftstücke, die die Transnet veröffentlicht.
Transnet? Nicht in meinem Namen, danke.
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