Category Archives: World of Warcraft

Netzfreiheit und Netzneutralität

Der Deutsche Bürger schaut in Sachen Wohlstand und Freiheit ganz gern nach Nord-Amerika. Über den Tellerrand geschaut, ist das Leben dort drüben aber bei weitem nicht immer so frei wie man es sich vorstellt. So macht momentan eine Nachricht die Runde, dass der kanadische Internet-Zugangsanbieter Rogers Verbindungen von World of Warcraft Spielern manipuliert und so den Datenfluss behindert. Kanadische Spieler berichten, dass das Spielen über ‘rogers’ teilweise nahezu unmöglich ist.

Nachdem sich auf eine Beschwerde einer Spielerin nun auch die Regierung einschaltete, kam heraus, dass diese Störungen quasi ein Nebeneffekt sind. Bei kanadischen ISPs ist es nämlich völlig normal, dass die gesamten Daten der Benutzer durch so genannte Deep Packet Inspection Systeme laufen. Diese Systeme machen nichts anderes, als alle Daten der Benutzer auszuwerten um bestimmte Muster zu erkennen. Glaub das System der Benutzer nimmt an Peer2Peer (P2P) Netzwerken teil, wird die Bandbreite des Benutzers gnadenlos gedrosselt.

Peer2Peer Netzwerke wurden Anfangs der 2000er Jahre mehr oder weniger durch Angebote berühmt, die es möglich machten Dateien untereinander dezentral auszutauschen – oder, um es auf den Punkt zu bringen, durch das massenhafte illegale Austauschen von Musikstücken. Allerdings hat sich die Welt weiter entwickelt und Peer2Peer Netzwerke bilden heute die Basis von verschiedensten Anwendungen, wie zum Beispiel Skype oder auch vieler Online Spiele wie World of Warcraft oder LOTRO.

Anders als bei klassischen Download-Angeboten bieten P2P Netzwerke Lieferanten die Möglichkeit die eigenen Server und Internet-Anbindungen zu schonen: Musste man früher noch jeden interessierten Kunden selbst bedienen und Ressourcen für ihn vorhalten, damit der Download für den Endbenutzer akzeptabel schnell von statten geht, setzt man hier heute auf P2P Netzwerke. Damit verteilt man die Last auf alle Endbenutzer, die heute oftmals mit breitbandigen Internet-Anbindungen ausgerüstet sind und sich somit abgesichert über Knebelverträge aka AGBs für Content Lieferanten dazu anbieten kostenlos Inhalte zu verbreiten.

Dabei stoßen 3 Interessengemeinschaften aufeinander, die sich alle nicht ganz grün sind:

  1. Die Internet-Zugangs-Anbieter (ISPs), die ein Interesse daran haben so wenig kosten wie möglich zu verursachen, um den größtmöglichen Gewinn einzufahren. Der ISP versucht durch windige Mittel wie Deep Packet Inspection die User so schonend wie möglich den Spaß am Internet zu vermiesen, bzw. ihn dazu zu erziehen das Internet nur für weniger Last intensive Anwendungen zu benutzen.
  2. Die Content Anbieter, die zwar u.a. gern Musik und Spiele gegen Entgelt bereit stellen, aber zur Gewinnmaximierung so wenig wie möglich Ressourcen vorhalten wollen um den Content zu verteilen. Also versucht der Content Anbieter den anfallenden Traffic durch verschiedenste Mittel wie etwa P2P Netzwerke oder direkte Peerings mit Internet-Anbeitern  an Internetknoten und vielen anderen Wegen  zu minimieren. Blöderweise nutzt er dabei skrupellos auch die dritte Partei aus:
  3. Die Endbenutzer, die um z.B. World of Warcraft spielen zu können, den aktuellen Inhalt über Peer2Peer Netzwerke beziehen müssen. Davon bekommt der Endbenutzer zwar nicht viel mit, da das ein buntes Programm automagisch für ihn erledigt, in der Realität aber lädt dieses Programm aktuelle Spielinhalte im Hintergrund herunter und bietet sie danach anderen Spielern im gleichen Peer2Peer Netzwerk wieder an. Damit sponsort der Spieler also einen Teil seiner Bandbreite, die er dem Internet-Zugangsanbieter bezhalt, wieder anderen Spielern, um (oftmals ungewollt) das Spiel weiter zu verbreiten.

Und so beißen sich alle 3 Parteien in den Schwanz und jeder hackt auf den anderen rum. Ob es das auch in Deutschland gibt? Aber ja, natürlich. Hier tritt das nur noch nicht in dem Ausmaß auf, wie momentan in Kanada. In unseren Handynetzen ist das aber auch heute schon die Normalität. Wer nicht in Ballungszentren lebt  und nicht das Glück hat an einer Stelle zu wohnen, an der DSL verfügbar ist, muss heute auf UMTS Verbindungen von Mobilfunkanbietern zurückgreifen, und auch dort sind ähnliche Mittel wie in Kanada auch hier in Deutschland im Einsatz.

Ich würde sogar behaupten, dass die selben Funktionalitäten auch an Standard DSL Anschlüssel benutzt oder zumindest aktiv getestet werden, sind sie doch das einfachste Mittel, um mehr Umsatz zu erzeugen. Ich persönlich kam das erste mal im Jahre 2001 mit solchen Techniken in Kontakt und fand es erschreckend – heute 2011 wird es kaum besser sein.

Was können und sollten wir daraus lernen? Netzneutralität und Netzfreiheit sind Themen, die uns alle interessieren sollten. Heute trifft es die Spieler, morgen werden unsere Skype Pakete gedrosselt und übermorgen werten sie vielleicht unsere Facebook Zugriffe und eMails aus, um uns bessere zielgerichtete Angebote machen zu können. Unterstützt  Verbände wie den CCC dabei andere Verbände, Parteien und Politiker für solche Thematiken zu sensibilisieren, um aus Deutschland am Ende kein Nord-Amerika zu machen!

Leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeroy!

Viele Monde her, aber ich kann noch heute drüber lachen. Taktikbesprechung vor UBRS!

Taktikbesprechung vor UBRS!

@Linksammler

Die aktuelle Ansammlung:

World of Warcraft. Have a break!

Seit über 5 Jahren spiele ich nun World of Warcraft. Was hab ich nicht alles erlebt und erreicht, in diesem Spiel. Ich habe Gilden geleitet, den Class-Leader gegeben, Leuten das Spielen beigebracht, Schlachtzüge angeführt sowie geplant, den Maintank gegeben uvm., und das über Jahre hinweg. Es war mir eine Ehre mit einigen der Leute, die konstant über die Jahre daran mitgewirkt haben, zusammen zu spielen oder gar zu ‘arbeiten’. Wir haben zusammen sehr viel erreicht, einige Krisen überstanden und bis heute noch jeden Endboss erledigt.

Mein Abschied fällt mir nicht unbedingt leicht, denn es gibt da noch eine offene Rechnung mit dem Lichking. Die aktuelle Situation im Spiel allerdings macht es mir einfacher zu gehen. Blizzard (der Hersteller des Spiels) hat in meinen Augen in den letzten Monaten etwas sehr falsch gemacht. Es ist nicht wie oft zu lesen der Wechsel hin zu einem mehr Casual-Player freundlichen Spiel – vielmehr ist es der Verfall der Werte, die das Spiel momentan kaputt machen.

Früher musste man für sein Fortschreiten im Spiel richtig was tun. Wer weiter kommen wollte, musste dafür arbeiten, schon ein wenig so wie im wahren Leben. Doch dann beschloss Blizzard das Spiel zu erleichtern, vor allem für die, die neu einsteigen und schnell Anschluss finden wollen oder gar müssen. Denn wer Anschluss sucht, braucht in diesem Spiel eine gewisse Grundausrüstung, ohne die es einfach nicht geht. Kurz gesagt bedeutet das, dass die Ausrüstungsgegenstände mittlerweile nichts mehr wert sind und jedem hinterhergeworfen werden.

Das allein ist nicht unbedingt negativ, für Nachwuchs-Spieler ist es sogar optimal. Da der Mensch aber immer den Weg des geringsten Widerstands geht, hat sich eine Parallel-Welt gebildet. Eine Welt, in der langjährige Spieler zu Schmarotzern werden. Das neue System wird nun dazu ausgenutzt um Twinks (alternative zweit- oder Drittcharaktäre) so schnell wie nur möglich auszustatten und auf einen Stand zu bringen, um damit Anerkennung zu bekommen, die man im Zweifel nicht verdient hat.

Resultierend daraus wurde es immer schwieiriger anständige Leute zu rekrutieren, die gemeinsam für eine Sache kämpfen. Keiner mag mehr wirklich für seine Erfolge arbeiten, jeder möchte nur noch so schnell wie möglich das Zeug hinterhergeworfen bekommen – es gibt keine festen Bindungen mehr. Diese festen Bindungen mit echten Zielen sind es aber, die man braucht um gemeinsam etwas zu erreichen. Denn nur wer ein Ziel hat, wird auch dafür Arbeiten und Kämpfen!

Es wird also Zeit mich von World of Warcraft zu verabschieden. Zumindest oder vielleicht bis zum nächsten Addon, was die Leute hoffentlich wieder ermutigt gemeinsam etwas zu erreichen. So long!

Epic Win

I’m a tank. I’m an optimized human being.
TED: Jane McGonigal: Gaming can make a better world

Tool of the week: dygraphs

Letzte Woche bekam ich eine riesen Liste von Performance Daten im CSV (Comma-Separated Values) Format. Excel konnte sich mit den Dateien nicht recht anfreunden, also musste eine brauchbare Lösung her, die auch Offline funktioniert und aus den Listen irgendwas menschenlesbares macht.

Nach kurzer Suche fand ich “dygraphs” (JavaScript Visualization Library) – eine Möglichkeit Daten zu visualisieren. Dygraphs nimmt als Quelle CSV Daten (per HTTP/GET) oder einzeln im Source aufgeführte Werte; also ein richtig schönes Spielzeug!

Was kann man damit machen? So ziemlich alles visualisieren, was einfach gestrickt ist. Wer selbst damit rumspielen möchte, findet hier Anleitungen und die Quellen. Leider verträgt sich meine Blog-Engine nicht mit js/xhtml gewusel, weshalb an dieser Stelle ein statischer Screenshot herhalten muss – eine Live Demo könnte ungefähr so aussehen.

(Horde Auctions House / EU-Anub’Arak)

[Warcraft] Live Demo: Power Auras Classic

Wenn ich schon babbel, dann für alle:

Unix will alles

Ich hab schon von Hasen gehört, die ähnlich heissen und versuchen alles anzuknabern; andere Unixe scheinen einfach nur raffgierig zu sein:

Pro Raiding Tip

Das Problem ist uns bekannt…

Irgendwas ist ja immer.

  • 10 Leute zu einer bestimmten Zeit organisiert bekommen? [DONE]
  • Pünktlich zu Hause sein? [DONE]
  • Vor dem Event was essen. [DONE]
  • Ein paar Stunden entspannt spielen… [FAIL]

wow-offline