Die einen nennen es Christi Himmelfahrt, die anderen Vatertag und ich rufe diesen Tag hiermit offiziell zum Tag des freien Intervalltrainings aus! Wer nicht ganz versteht wie ich darauf komme, der mache folgendes: Ihr sucht euch einen beliebigen Tag aus, an dem “Christi Himmelfahrt” im Kalender steht, setzt euch gegen Nachmittag auf euer Fahrrad und sucht euch den besten Radweg raus, den es bei euch in der Gegend gibt. Rauf aufs Rad und los!
In kürze werdet ihr feststellen, dass das eine ziemlich blöde Idee war gerade jetzt aufs Rad zu steigen und genau dort langzufahren wo ihr gerade seid, denn der Radweg ist voller:
- Leute, die das sommerliche Wetter für Spaziergänge benutzen
- voller Männer, ohne Orientierungssinn in Folge von Alkoholmissbrauch
- voller Männer, die so voll sind, das sie Quer auf dem Weg liegen
- besorgter Frauen, die versuchen besoffene Männer und Kinder zu managen
Der professionelle Freizeitsportler erkennt in dieser Situation natürlich Vorteile, die sich nur selten ergeben und nutzt diese Besonderheiten gekonnt aus – schließlich ist heute der Tag des freien Intervalltrainings! Aber Obacht: Neben dem schon genannten Hindernissen, gibt es noch ganz spezielle Joker, die heute im Spiel sind, auf die UNBEDINGT geachtet werden muss:
- Glasscherben am Boden
- volle und leere Flaschen mit alkoholischen Inhalten am Boden
- Erbrochenes am Boden
- querstehende und herrenlose Bollerwagen
Am Tag des freien Intervalltrainings ist es verboten die Fahrradklingel zu benutzen oder sich über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu beschweren! Das bedeutet, dass bei freier Fahrt maximale Geschwindigkeit aufgenommen werden muss.
Bei Hindernissen muss dem Geschwindigkeitsverhinderungsgrund so lang hinterhergefahren werden, bis sich eine günstige Möglichkeit ergibt zu überholen. Bitte wählt eine Strecke, die lang genug ist, damit sich optimale Trainingsergebnisse zeigen! Wenn ihr wieder am Ziel seid, habt ihr das vermutlich schlimmste Intervalltraining hinter euch, was ihr euch bis jetzt vorstellen konntet.
Und unter uns Pfarrerstöchtern: Offenbar muß so eine Vaterschaft etwas wirklich schlimmes sein. Anders kann ich mir nicht erklären wieso einige Männer glauben dieses Problem durch übermäßigen Alkoholgenuß loszuwerden. Aber das ist eine andere Geschichte.
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