Category Archives: Presse

Wo kein Wille, da kein Weg

Konfuzius sagt: Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.

Dieser Artikel hat bei mir nur Kopfschütteln und “wtf?” verursacht. In was für einer Welt leben wir mittlerweile? NYTimes: Young, Obese and Getting Weight-Loss Surgery

Boomerang, die Welt und ihr Finanzsystem

Ein wirklich lohnenswertes Interview über das weltweite Finanzsystem und die verschiedenen Wege, wie Länder mit Geld, Krediten und den daraus entstandenen Situaionen umgehen. Aus der Daily Show, John Steward im Interview mit Michael Lewis, über sein neues Buch ‘Boomerang: Travels In The New Third World‘:

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Michael Lewis
www.thedailyshow.com
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The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Exclusive – Michael Lewis Extended Interview Pt. 2
www.thedailyshow.com
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Buchlink (Amazon): Boomerang: Travels in the New Third World

Nachhaltige Nachhaltigkeit

Ich schalte das Radio ein und bin noch etwas verschlafen. Die freundliche Stimme berichtet aus Japan, es geht um Fukushima und Strahlenwerte. Wie üblich wird mit Begriffen um sich geworfen, mit denen der durchschnittliche Bürger nichts anfangen kann und es rasseln Werte mit Vorsilben wie Giga- oder Tera durch den Empfänger. Ich frage mich noch ob das eher schlechte oder gute Werte sind und ob ich mich darum sorgen sollte, aber ich bekomme keine Antworten. Es ist ein leichtes für die Redakteure die Nachrichten so aufzubereiten, dass sie für alle verständlich sind, aber wieso sollte man sich auf dieses Niveau herabgeben eine nicht elitäre und nicht alles verstehende Zielgruppe erreichen zu wollen.

Ich widme mich meinem Frühstück und dann fällt es, das Wort was heute in jeden Beitrag einfach irgendwie mit rein muss. Der Moderator fragt seinen Japan-Reporter, ob der Aufenthalt in diesem Land noch sicher sei und die Stimme aus der Ferne antwotet mit:

Hier in Tokio ist es für uns relativ sicher, man lebt mit der Gefahr und das gibt uns die Möglichkeit eine nachhaltige Berichterstattung zu ermöglichen.

Nachhaltigkeit! Es war irgendwann Ende 2010 als dieses Wort erneut wie ein Grundgewürz in jeden Beitrag und in jede politische Rede mit rein musste — quasi wie Salz, Salz geht immer! Anfangs war Nachhaltigkeit noch ein Attribut der Umweltschützer, heute ist absolut alles nachhaltig. Ich erinnere mich an einen Bericht über Dienstwagen von Politikern und die Frage wieso Politiker XYZ so einen großen BMW fahren muss und die Antwort war: Die Nachhaltigkeit zur deutschen Marke. Unglaublich!

Ein gutes Gericht lebt davon Gewürze gezielt und in gewissen Maßen einzusetzen. Genauso sollte man mit leeren Worthülsen wie ‘Nachhaltigkeit’ umgehen, denn mehr ist von der ursprünglichen Bedeutung nicht übrig geblieben. Ich wäre allen sehr dankbar, wenn dieser Begriff jetzt wieder für ein paar Jahre ruhen dürfte und genau aus diesem Grund auch auf die Bullshit-Bingo Liste verbannt wird.

Küchenmobbing

Meine schwedische Küche fühlt sich ernsthaft verarscht und mobbt die schlimme Augenwurst, weil die französische Küche nun Weltkulturerbe ist. Ich distanziere mich von dieser Form von Küchenrassismus, gleiches Recht für alle, Küche ist Küche, egal welcher Herkunft!

Gedanken zur aktuellen gegenwärtigen Metapher

So jubelten in den letzten Tagen die Agentur für Arbeit und Frau von der Leyen  wegen den aktuell “niedrigen” Arbeitslosen-Zahlen und benutzen dabei Sprüche wie:

Deutschland befindet sich auf der Schnellstraße in die Vollzeitbeschäftigung

… und ich dachte mir nur: Ohje, hoffentlich ist das keine deutsche Schnellstraße. Weil dann kommt garantiert in 10km die nächste Baustelle oder ein Stau. Mit Metaphern ist das manchmal schon schwierig, oder war das vielleicht genau *so* gewollt? :)

Sei ein Lebemann!

Endlich schreibt jemand das öffentlich, was ich mir schon länger denke:

Lebt in vollen Zügen. Feier, Lasst es krachen. Ingoriert alle Vorsorge- und Anlage-Angebote

Harald Martenstein über den Betrug mit Vorsorge-Systemen, unseren Renten und warum man das Geld besser ausgibt, als es im ominösen Vorsorge Gebilde zu verbrennen. Das mag jetzt etwas egoistisch sein den “Staat” nicht zu unterstützen und der ein oder andere mag mich deshalb einen Sozialschmarotzer nennen, aber irgendwie kann ich es nachvollziehen.

Im Zweifel erstmal Panik verbreiten!

So schreibt die Fachzeitschrift für Sicherheitsfragen Financial Times Deutschland:

Das neue Datenleck bei Facebook lässt nur einen Schluss zu: Das soziale Onlinenetzwerk ist aufgrund seiner Größe und der Vielzahl eingebundener Drittanbieter nicht in der Lage, die Privatsphäre seiner Nutzer zuverlässig zu schützen.

Es liegt mir zwar sehr fern Facebook hier in Schutz zu nehmen, doch im Prinzip sind die Benutzer selbst schuld. Jeder, der bei Facebook Dienste von “dritten” Anbietern in Anspruch nimmt oder irgendwelche nervigen Apps intern benutzt, der muss vorher bestätigen, dass er seine Daten an diesen fremden Anbieter übermittelt. Und mal unter uns Pfarrerstöchter: Wer glaubt, dass all die FarmVille, Glücksnuss oder “Wer hat den längsten” Spruch-Generatoren ihre Dienste auf auf Good-Will Basis abieten, weil sie Millionen Facebook-Usern einen guten Gefallen tun wollen, hat vermutlich den Schuss nicht gehört.

Umsonst ist nichts im Leben. Auf Facebook bezahlt man mit seinen persönlich Daten. So war es schon immer, so wird es immer bleiben. Wem das auch heute im Jahr 2010 im Internetzeitalter noch nicht klar ist, der hat – so hart das auch klingt – im Internet nichts zu suchen. Die Zeit in der man naiv durch die bunte Online Welt gesurft ist, ist eindeutig vorbei und zum Prozess des Erwachsenwerdens der Benutzer gehört es nun auch mal die Vertragsbedingungen der Webdienste zu lesen. Leider habe ich die Befürchtung, dass der großteil der Benutzer immer dümmer wird, anstatt etwas dazuzulernen und vermutlich werden wir auch in 10 Jahren noch solche oder ähnliche Artikel in der Presse wiederfinden.

Weil Frauen alles kaputt machen!

Als ich eben das hier las:

(Screenshot: tagesschau.de)

…fragte ich mich, ob die da eine weibliche Führungskraft haben, ob deren Manager Pussies sind (im Sinne von Weichei), ob die Führungskraft der BVG zur Miss Management gekürt wurde oder, ob sie nur zu faul waren ein passendes deutsches Wort zu suchen. Denglisch ftw!

Missmanagement – war das nicht die Fähigkeit mehrere Frauen  gleichzeitig unter einen Hut zu bringen? Also ich fands witzig.

Obacht, auf die Feinheiten achten!

Zitat aus “FDP stoppt Internetsperren“:

Bei den Internetsperren verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, kinderpornografische Seiten zu löschen, statt zu sperren.

Irgendwie stell ich mir da den ausführenden Beamten vom Rang Internetausdrucker 2ter Klasse vor: Herr Richter! Wir konnten den Internetteilnehmer telefonisch leider nicht erreichen. Wir brauchen ein Stopp-Schild!

Ja nee, is klar.

Wir können alles. Außer Hochdeutsch.

Es gibt Begebenheiten, die man im Spiel World of Warcraft nicht erwarten sollte.  Eine davon ist der ordentliche Umgang mit Sprache, wobei das nicht nur auf WoW zutrifft. Wenn man sich die Zeit nimmt und die Chats oder Foren der “Communities” durchliest, kann man als Spießer vor dem Herrn entweder zum Entschluss kommen, dass die Sprachwelt untergeht, oder man ignoriert es und versucht das Spiel seiner Wahl zu genießen.

Das Problem der in (PC)Spielen vorherrschenden Sprache und Rechtschreibung wird man nicht komplett lösen können – die Zielgruppe ist jung und wer in der letzten Zeit mitbekommen hat, wie Jugendliche kommunizieren, versteht, wieso da keine großen Änderungen zu erwarten sind.

Aus diesem Grunde werden seriöse Dokumentationen über Spiele auf Bildungssendern oder in Tageszeitungen für “Gamer” immer ziemlich steif und verhohnend wirken. Aber wie sonst soll z.B. der Sender ARTE dem normalen Bürger das Konzept “World of Warcraft” verständlich machen? Er kann nur korrektes Deutsch und verständliche Begriffe benutzen, sonst würde es niemand verstehen und der Zuschauer abschalten oder sich darüber lustig machen.

Wie es sich anfühlt, wenn ein Journalist nicht deutscher Herkunft, ausgezeichnet für seinen (wichtigen) Beitrag zur deutschen Literatur, über World of Warcraft, der dort lebenden Sprache und der Rechtschreibsicherheit der Spieler schreibt, erfährt man bei der FAZ:

Die Wege führen mich bald in die Hauptstadt, nach Sturmwind, wo wie gewohnt ein Brunnen als Treffpunkt dient. Hier gibt es Gasthäuser, eine Bank, Käse- und Weinläden, eine Burg, alles ein wenig rustikal, dazu ein Flüsschen, und man fühlt sich schnell, als wäre man in Tübingen. Aber in Sturmwind lebt man weitaus selbstverständlicher als in Baden-Württemberg nach der Devise: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Die Menge an Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die einem unentwegt auch dort begegnet, wo es einfacher scheint, keinen Fehler zu machen, ist schier einschüchternd. Anfangs besaß ich den Ehrgeiz im Welthandels-Chat auf Wörter aufmerksam zu machen, in denen das Verhältnis zwischen Buchstabe und Fehler eins zu eins war, ließ das aber sein, als man mich, nicht ganz zu Unrecht, als Chat-Stasi beschimpfte, es sei „kackegal wies da steht hauptsach man rafft was los is“. (Quelle: FAZ)

Worauf ich hinaus will? Sprache entwickelt sich und Entwicklung ist gut. Ich denke wir alle sollten uns irgendwo in der Mitte treffen und hoffen, dass dabei etwas gescheites bei rumkommt. Ich bin gegen ‘LOL’ und Pauschalausreden der Art ‘”Ich darf so schreiben, ich bin Legi!” (Legastheniker), aber ich bin für Umgangssprache und anständige Rechtschreibung, solang sie nicht beim lesen wehtut!

Ich würde behaupten, dass eine Firma wie Blizzard, die für die Entwicklung für World of Warcraft verantwortlich ist, der deutschen Sprache und den Spielern helfen könnte. Dazu bedarf es nicht viel. Eine einfache Rechtschreibkorrektur wie z. B. in MS Word, die falsche Wörter ankreidet und bessere Lösungen vorschlägt, reicht vollkommen. Was heute in jeden gängigen Browser und Editor geht (unter MacOS sogar Systemübergreifend), muss auch im Spielchat funktionieren!