Da schreit also mal wieder jemand auf: Die frei verfügbaren IP(v4) Adressen gehen uns aus, die Betreiber der Internet-Infrastrukturen müssen etwas tun! Und warum? Der IPv4 (Internet Protocol Version 4) Adressbereich wurde so definiert, dass man theoretisch 2^32 (~4,3 Milliarden) IP Adressen zur Verfügung hat – klingt viel, ist es aber nicht. Da jeder Teilnehmer am Internet eine eigene IP Adresse braucht, wird das langsam knapp.
Die Lösung? Ein neues Protokoll, mit einem neuen Adressschema muss her. Es existiert schon und heißt IPv6 (Internet Protocol Version 6). Der Vorteil des neuen Protokolls? Man könnte theoretisch 2^128 (~340 Sextillionen, eine Zahl mit 39 Stellen) IP Adressen vergeben und damit wären alle Probleme von wegen IP-Adressen-Knappheit vom Tisch.
Klingt gut, also her damit? Ich habe bereits seit vielen Jahren IPv6 Adressen geliehen bekommen und könnte es nutzen, das neue Internet. Blöd nur, dass es da nichts gibt. Kein Google, keine FAZ, keine Zeit Online, kein World of Warcraft Server, kein Skype, kein ICQ, kein Webmail, keins meiner Foren und keines, der von mir gelesenen Blogs. (merkt ihr was?) Was soll ich also dort? Dieses Blog hier wäre per IPv6 erreichbar – übrigens seit Jahren schon. Ich könnte mich also selbst besuchen – wie uncool. Inhalte müssen also her, Inhalte, die das neue IPv6 Internet interessant machen. Und wie löst man das?
In der Providergemeinde wird oft die Vermutung geäußert, dass ein großer freier Porno-Server, der nur über IPv6 erreichbar wäre, stark zur Verbreitung des neuen Protokolls beitragen würde. Es ist jetzt wohl schon zu spät, für einen weichen Übergang. Die meisten Provider bieten den Kunden IPv6 immer noch nicht an. Unternehmen und Privatleute können also nicht einmal so recht anfangen umzustellen oder zu experimentieren. (Quelle: TP/Jan Rischmüller)
Mit Pornos? Gute Idee, aber ich bezweifle, dass das reicht. Ich glaube Ernsthaft, dass das IPv6 erst dann Verbreitung finden wird, wenn sowieso schon alles zu spät ist, die Panik ausbricht und Firmen wie Microsoft oder Google keine neuen IPv4 Adressen mehr bereitgestellt bekommen. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser den Main runter… oder über die virtuelle “Datenautobahn”. :) Bin ich zu pessimistisch mit meiner Ansicht oder sieht schon jemand Änderungen am Horizont?



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