Dann ist garantiert die Bahn schuld! In meinem Fall war es nicht die Bahn direkt, sondern der RMV, der so genannte Rhein-Main Verkehrsverbund. Am 19. Februar 2009 wollte ich vom RMV Dienstleistungen geniessen, was sich als nicht so einfach herausstellte, da Bus sowie S-Bahn ziemlich lange auf sich warten liessen.
Für solche Fälle hat der RMV aber die 10-Minuten-Garantie erfunden, die besagt, dass man das Beförderungsentgelt ab 10 Minuten Verspätung am Ziel zurück bekommt. Also nahm ich mir nach all der Wartezeit noch die Zeit mich beim RMV zu beschweren und meine garantierte Wiedergutmachung einzufordern.
Jetzt, nur knapp 5 Monate später bekomme ich unerwartet eine Antwort:
Ihre Reklamation vom 19.02.2009 00:01:01, Vorgangsnummer 39886 haben wir geprüft.
Sie können auf Basis Ihrer Beschwerde unsere 10-Minuten-Garantie in Anspruch nehmen. Gegen Vorlage Ihrer Original Monatskarte an einer der teilnehmenden RMV-Mobilitätszentralen oder RMV-Vertriebsstellen erstatten wir Ihnen Ihren Fahrpreis bzw. bei Zeitkarten einen anteiligen Fahrpreis in Höhe von 1,80 Euro. Die Abholfrist beträgt drei Monate. Bitte bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit.
Vergessen Sie bitte nicht, sich Ihre Vorgangsnummer zu notieren und ebenfalls mitzubringen.
Wir entschuldigen uns nochmals dafür, dass Sie Unannehmlichkeiten bei Ihrer Fahrt mit Bus und Bahn hatten.
Na immerhin kann ich mich an den Vorfall noch erinnern, nach all der Zeit! Blöderweise habe ich natürlich nicht über 5 Monate den Fahrschein aufgehoben – wer konnte denn auch ahnen, dass die vom RMV sich tatsächlich nochmal melden würden? Die Fahrt kostete übrigens 3,60€.
Deshalb nun die ultimative Checkliste für alle Bahnsteigcamper, die auf ihre Dienstleistung warten:
- Datum, Uhrzeit sowie Bahn- oder Buslinie notieren.
- Verspätung ausrechnen.
- Fahrschein gut aufheben – am besten dort wo ihr ihn auch wiederfindet
- auf der RMV Seite den Garantieanspruch anmelden
- im Kalender vermerken, dass da was war bzw. kommen wird (damit man es nicht vergisst)
- ein halbes Jahr älter werden
- einen amtlichen Lichtbildausweis besorgen und einstecken
- die Vorgangsnummer aufschreiben oder merken
- zum RMV fahren (und ggf. dafür noch ein Beförderungsentgelt entrichten oder Benzin bezahlen)
- Die Garantie in Anspruch nehmen und das Geld von vor 5 Monaten ohne Zinsen zurück holen.
Ist doch eigentlich ganz simple, das mit dem 10-Minuten-Versprechen. Service in Deutschland – immer wieder ein Abenteuer. Immerhin haben sie es versucht.