Sehr interessanter Wortfetzen zur Piratenpartei bei der Tagesschau von Jörg Schönenborn (das ist die Schlaftablette, die manchmal den Presseclub moderiert):
Schönenborn: Zum einen wenden sie sich an eine bestimmte Zielgruppe, nämlich junge, besser gebildete Menschen. Das ist eine Gruppe, unter denen es viele Politikinteressierte gibt, die auf dem gegenwärtigen Parteienmarkt nichts finden, was sie gerne wählen wollen. Für diese Zielgruppe gibt es ein Angebotsvakuum. Darüber hinaus ist das Internet als Mobilisierungsmedium bei deutschen Wahlen bisher ein Totalausfall. Und eine Partei, die speziell eine Internetklientel anspricht, hat da natürlich alle Chancen.
Zum einen sehr richtig, zum anderen in meinen Augen aber genau der Grund wieso eine Piratenpartei irgendwo fraglich ist. Grad’ in einer Zeit, in der wir sehen, dass die Demokratie einfach deshalb nicht funktioniert weil sich zwei Menschen — die vom “Volk” gewählt wurden — nicht riechen können, möchte man seine Stimme doch eher sehr sicher platzieren. So viel Vakuum die Piratenpartei auch ausfüllt, so viele Fragezeichen hinterlässt sie meiner Meinung nach aber auch in all den anderen Punkten, die die großen Parteien ganz ordentlich adressieren können. Oder hat da die Piratenpartei z.B. eine Personalie, die ernsthaft den Job eines Finanz- oder Außenministers tragen könnte? (sehr abstrakt, ich weiß)
Klein anfangen muss jeder einmal und verdammt Ja, wir brauchen endlich eine Stimme, die unabhängig von der großen Wirtschaft und Kartellen zum Internet und dem Urheberrecht gefragt werden kann! Überzeugt mich und ich unterstütze euch. Und liebe Presseheinis… lasst doch bitte endlich diese dämlichen NS Vergleiche weg. Wenn euch nix einfällt, geht ins Freibad nachdenken. Furchtbar sowas.
Zwischenrufe / Quark