Es gibt Begebenheiten, die man im Spiel World of Warcraft nicht erwarten sollte.  Eine davon ist der ordentliche Umgang mit Sprache, wobei das nicht nur auf WoW zutrifft. Wenn man sich die Zeit nimmt und die Chats oder Foren der “Communities” durchliest, kann man als Spießer vor dem Herrn entweder zum Entschluss kommen, dass die Sprachwelt untergeht, oder man ignoriert es und versucht das Spiel seiner Wahl zu genießen.

Das Problem der in (PC)Spielen vorherrschenden Sprache und Rechtschreibung wird man nicht komplett lösen können – die Zielgruppe ist jung und wer in der letzten Zeit mitbekommen hat, wie Jugendliche kommunizieren, versteht, wieso da keine großen Änderungen zu erwarten sind.

Aus diesem Grunde werden seriöse Dokumentationen über Spiele auf Bildungssendern oder in Tageszeitungen für “Gamer” immer ziemlich steif und verhohnend wirken. Aber wie sonst soll z.B. der Sender ARTE dem normalen Bürger das Konzept “World of Warcraft” verständlich machen? Er kann nur korrektes Deutsch und verständliche Begriffe benutzen, sonst würde es niemand verstehen und der Zuschauer abschalten oder sich darüber lustig machen.

Wie es sich anfühlt, wenn ein Journalist nicht deutscher Herkunft, ausgezeichnet für seinen (wichtigen) Beitrag zur deutschen Literatur, über World of Warcraft, der dort lebenden Sprache und der Rechtschreibsicherheit der Spieler schreibt, erfährt man bei der FAZ:

Die Wege führen mich bald in die Hauptstadt, nach Sturmwind, wo wie gewohnt ein Brunnen als Treffpunkt dient. Hier gibt es Gasthäuser, eine Bank, Käse- und Weinläden, eine Burg, alles ein wenig rustikal, dazu ein Flüsschen, und man fühlt sich schnell, als wäre man in Tübingen. Aber in Sturmwind lebt man weitaus selbstverständlicher als in Baden-Württemberg nach der Devise: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Die Menge an Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die einem unentwegt auch dort begegnet, wo es einfacher scheint, keinen Fehler zu machen, ist schier einschüchternd. Anfangs besaß ich den Ehrgeiz im Welthandels-Chat auf Wörter aufmerksam zu machen, in denen das Verhältnis zwischen Buchstabe und Fehler eins zu eins war, ließ das aber sein, als man mich, nicht ganz zu Unrecht, als Chat-Stasi beschimpfte, es sei „kackegal wies da steht hauptsach man rafft was los is“. (Quelle: FAZ)

Worauf ich hinaus will? Sprache entwickelt sich und Entwicklung ist gut. Ich denke wir alle sollten uns irgendwo in der Mitte treffen und hoffen, dass dabei etwas gescheites bei rumkommt. Ich bin gegen ‘LOL’ und Pauschalausreden der Art ‘”Ich darf so schreiben, ich bin Legi!” (Legastheniker), aber ich bin für Umgangssprache und anständige Rechtschreibung, solang sie nicht beim lesen wehtut!

Ich würde behaupten, dass eine Firma wie Blizzard, die für die Entwicklung für World of Warcraft verantwortlich ist, der deutschen Sprache und den Spielern helfen könnte. Dazu bedarf es nicht viel. Eine einfache Rechtschreibkorrektur wie z. B. in MS Word, die falsche Wörter ankreidet und bessere Lösungen vorschlägt, reicht vollkommen. Was heute in jeden gängigen Browser und Editor geht (unter MacOS sogar Systemübergreifend), muss auch im Spielchat funktionieren!

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