Verdammtnochmal – BlackBerry Pearl 8100
Posted by Stefan in Beobachtungen, Handy, JournalSeit Ende März 2007 bin ich mit dem Pearl unterwegs – das Smartphone für den Durchschnittsbenutzer. Online bin ich über T-Mobile. Meine Mails landen dank einer Weiterleitung live auf dem BlackBerry. Nach 9 Monaten bin ich auf der einen Seite sehr zufrieden und auf der anderen sehr sauer auf das Gerät.
Heute habe ich den BlackBerry bereits zum ZWEITEN mal durch T-Mobile einschicken lassen. Das Problem: Der Trackball! Das was diesen (als ersten) BlackBerry seiner Art besonders machen sollte, ist der beleuchtete Trackball – quasi die zentrale Steuereinheit um das Gerät zu bedienen. Fast wie eine Maus bietet er die Möglichkeit durch das Menü zu navigieren. Bei mir verweigert der Trackball allerdings nach einigen Monaten komplett die Arbeit. Erst hängt er, dann funktioniert der ‘klick’ darauf nicht und irgendwann stellte er die Arbeit ein. Dieses mal versagte auch die Tastatur – der BlackBerry war also unbedienbar! T-Mobile wird mir wahrscheinlich in ein paar Tagen ein neues Gerät zusenden und in 4-5 Monaten geht der Spaß dann wieder von vorn los…
Ansonsten ist der kleine Zwerg aber ein geniales Spielzeug. Bis heute ist der Pearl das beste Telefon bzw. das beste “Smartphone”, was ich jemals benutzen durfte. Meine Mails kommen fast live auf dem Gerät an. Ich kann immer und überall wo ich dank EDGE oder GPRS online sein kann, per Instant-Messenger wie Yahoo!IM oder GTalk mit meinen Kontakten kommunizieren. Wenn ich nicht weiß wo ich bin, hilft mir Google Earth weiter. Ich kann auf meine Mails bei Google Mail zugreifen, bin per Skype auch unterwegs erreichbar und hab überall Zugriff aufs WWW dank dem integrierten- oder freien Browsern, wie Opera.

Der Preis für das ganze? Man macht sich abhängig vom kanadischen Unternehmen ‘Research in Motion’ (RIM). Alle Verbindungen, Mails, Instant-Messenger usw. kommunizieren über Gateways bei RIM. Meine gesamten Mails, Unterhaltungen und Spuren im Web werden also durch einen ziemlich undurchsichtigen Betreiber terminiert. Welchen Weg meine Daten dort gehen oder wo meine Daten landen könnten, weiß vermutlich kein Außenstehender genau. Wer den Komfort eines BlackBerrys haben möchte, macht sich also gezwungener Maßen von RIM abhängig. Bei anderen Geräten mit ähnlichen Funktionsumfang (zum Beispiel das Nokia E90 oder ggf. sogar das Apple iPhone) kommuniziert das Telefon direkt über das Internet mit den jeweiligen Servern ohne andere Zwischenstationen von irgendwelchen Organisationen zu benutzen.
Wie lange man das Gerät mit einer Akkuladung benutzen kann, hängt sehr davon ab, was man mit dem Gerät macht. Trägt man es nur umher, empfängt seine Mails und telefoniert hier und da damit, hält der Akku ca. 4-7 Tage. Wer sehr viel aktiver mit dem Handy umgeht und nebenbei noch Mails und SMS schreibt, per Instant-Messenger mit anderen Leuten in Kontakt bleibt und zwischendurch im Web surft, um z.B. das aktuelle Wetter abzurufen, der muss das Gerät durchaus täglich aufladen. Bis jetzt hat eine Akkuladung bei mir allerdings immer mindestens für einen vollen Tag gereicht, noch stand ich nie ohne Akku da.
Der integrierte Webbrowser bietet dem Benutzer einen durchaus zufriedenstellendes Werkzeug um im WWW unterwegs zu sein. Obwohl er nicht in der Lage ist Flash-Inhalte darzustellen, bildet er Webseiten meist lesbar ab. Verglichen mit vielen anderen Handy-Browsern ist der ‘BlackBerry Explorer’ wirklich brauchbar, allerdings bei weitem noch nicht mit Browsern zu vergleichen, wie man sie auf normalen Computern benutzt. Die verkürzte Tastatur ist trotz Doppelbelegung einiger Tasten nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr brauchbar. Die integrierte Worterkennung SureType trägt ihren Teil dazu bei. Obacht: Wenn man sich daran gewöhnt hat, fällt es schwer mit einer üblichen Handytastatur SMS zu tippen. Die eingebaute Kamera ist erträglich, ersetzt aber keine echte Fotokamera.
Die Telefonqualität ist in meinen Augen ausreichend für ein Gerät dieser Klasse. Ich erlebe es hin und wieder, dass die Personen, die mich anrufen, mich nicht sofort hören – weshalb ich mich oftmals 2x mit einem kräftigen “HALLO?” melden muss. Ansonsten sind mir bis heute keine weiteren Probleme bei der Qualität aufgefallen. Es hat sich noch niemand beschwert, dass ich übers Handy mies klinge – ich gehe also davon aus, dass die Sprachqualität auch dementsprechend ertragbar sein muss.
Wie viel Datenvolumen ich im Monat verbrauche ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt Monate, da verbrauche ich schon mal 5-10MB… im nächsten Monat bleibe ich dann wieder weit unter 5MB. Welche Flatrate oder welchen Vertrag ihr für euren Blackberry braucht um nicht in Unkosten wegen Verbindungsentgelte zu geraten, hängt sehr vom Benutzerverhalten ab. Für mich persönlich würde ein Tarif mit 10MB Inklusiv-Volumen vollkommen reichen. Da sich die Tarife in Deutschland fast wöchentlich ändern und jedes mal nur neuer Blödsinn dabei rauskommt, möchte ich an dieser Stelle keinen Anbieter und keinen Tarif für den BlackBerry empfehlen.
Das Gerät ist wie heute üblich durch verbreiteten Schnickschnack wie Klingeltöne, Hintergrundbilder usw. für jeden anpassbar. Persönlich würde ich den BlackBerry Pearl wegen den Funktionen durchaus weiterempfehlen. Wer auf seine Privatsphäre gesteigerten Wert legt und seine Unternehmensdaten in Sicherheit wissen möchte, sollte auf ein Gerät von BlackBerry aber verzichten.
Krankheiten wie ein defekter Trackball oder nicht mehr reagierende Tastaturen lassen sich wahrscheinlich umgehen, indem man den Pearl in einer extra Hülle aufbewahrt oder wenn man ihn ausschließlich in der Sakko-Tasche umherträgt. Wer das Gerät alltäglich und in allen Situationen (also zum Beispiel auch beim Sport usw.) in der Hosentasche transportiert oder ihn sehr stark benutzt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann mit Problemen zu kämpfen haben, so wie es bei mir vorkommt. Es ist in meinen Augen kein Alltags-Handy, was ich damals vor dem Kauf leider nicht wusste. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet mit dem BlackBerry Pearl aber einen treuen Begleiter.
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